Kollektivvertrag für das Baugewerbe: Der LCGB adressiert einen offenen Brief an die Arbeitgeberverbände und organisiert am 5. Juli um 19 Uhr in Kehlen eine Protestveranstaltung

Am 2. Juli 2013 hat der LCGB eine Pressekonferenz zum Thema Kollektivvertragsverhandlungen im Baugewerbe veranstaltet. Die Kollektivvertragsverhandlungen laufen seit 2009 und mittlerweile wurde das Nationale Schlichtungsamt eingeschaltet; hier fand bis dato nur eine einzige Sitzung im März 2013 statt.

Der sektorielle Kollektivvertrag im Baugewerbe ist einer der letzten Kollektivverträge, die noch im Bausektor und Handwerk bestehen. Er bietet viele Vorteile sowohl für die Arbeitnehmer (bessere Arbeits- und Lohnbedingungen als die vom Arbeitsrecht festgesetzten Normen) als auch für die Unternehmen (Schutz der Luxemburger Betriebe gegen Dumpingsituationen durch ausländische Unternehmen, die in Luxemburg Arbeiten verrichten).

Ein Ende des Kollektivvertrags im Baugewerbe ist kurzfristig mit einer Infragestellung der Existenz der Arbeitnehmer und längerfristig eine Gefährdung des Überlebens der Luxemburger Unternehmen.

Damit ein sozialer Vollschaden im Bau vehindert werden kann, hat der LCGB am 1. Juli 2013 einen offenen Brief an die Präsidenten der Arbeitgeberverbände im Bausektor adressiert. In diesem offenen Brief streicht der LCGB hervor, dass er weiterhin unter zwei Bedingungen zu Verhandlungen bereit ist:

  1. Der Erhalt der momentan gültigen Schlechtwetterregelung;
  2. Eine erhebliche Lohnaufbesserung für die Arbeitnehmer (mindestens 1,5 % für die Jahre 2013-2015 mit einer Aufbesserung der Jahresendprämie von 1 % und dem Ausbezahlen einer einmaligen Prämie von 300 €).

Im Gegenzug schlägt der LCGB mehrere Pisten für eine verbesserte Regelung der bestehenden Arbeitszeit (Arbeitswoche von 40 Stunden mit einem Maximum vun 48 Stunden pro Woche). Diese Vorschläge könnten es ermöglichen die Situation zu entschärfen und ein Abkommen zwischen Sozialpartnern zu finden. Deshalb fordert der LCGB die Arbeitgeber dazu auf wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren, da es immer noch genügend Gesprächsstoff gibt.

Der LCGB wird auf keinen Fall akzeptieren, dass der sektorielle Kollektivvertrag im Baugewerbe verloren geht. Nur im Falle der Aussprechung einer Nichteinigug bleibt den Arbeitnehmer nur noch als einzige Möglichkeit die Verteidigung ihrer Rechte und Errungenschaften mittels gewerkschaftlichen Aktionen bis hin zum Streik.